Amt Niemegk Entdeckungen im Niemegker Land Zur Zeit sind keine Inhalte hinterlegt Zur Zeit sind keine Inhalte hinterlegt Zur Zeit sind keine Inhalte hinterlegt
 
 
  Land und Leute
Natur & Landschaft
Geschichte
Kultur
Sachwörter
 
 
 
 
Land und Leute - Natur und Landschaft - Lebensräume


Lebensräume

Die Landschaft des Hohen Flämings gehört zu den ältesten im Land Brandenburg und geografisch zum Norddeutschen Tiefland. Trotzdem sind beträchtliche Höhen und Hangneigungen vorhanden. Der westliche Teil, auch der Hohe Fläming genannt, kann mit dem 200,24 m hohen Hagelberg  bei Belzig auf den zweithöchsten Berg im Land Brandenburg verweisen. Höher ist nur noch der Kutschberg (Oberlausitz) mit einer Höhe von 200,7 m ü. NN. Damit ist der Hagelberg aber höchster Berg des Tieflandes bis zur Nord- und Ostsee. Der Niedere Fläming reckt sich mit dem  Golmberg auf immerhin 178m ü. NN.
Klimatisch gehört der Fläming zur Übergangszone zwischen dem gemäßigten kühlen subatlantischen Klima im Westen und dem winterkalten und sommerwarmen kontinentalen Klima im Osten Europas.

Im langjährigen Mittel wurden 93 Frosttage registriert, Spätfröste sind in den Niederungen nicht selten. Der ohnehin geringe Niederschlag (540 bis 580 mm) verteilt sich ungleich über das ganze Jahr und erreicht in manchen Jahren nicht einmal 400 mm. Besonders seit 1987 häufen sich heiße und trockene Sommer.
Der Weizen muss auf den kargen Böden dem Roggen den Vortritt lassen. Doch auf den besseren Standorten hat er ansehnliche Erträge. In den letzten Jahren sind immer mehr Felder mit Raps, Sonnenblumen und Mais zu sehen. Typisch für den Fläming sind auch die Weiden und Wiesen  für die Milchviehwirtschaft und den Pferdesport, aber auch zunehmend die Streuobstwiesen.
Die Region besitzt eine sehr reichhaltig strukturierte Landschaft. Große offene Räume wechseln mit weiten Wäldern ab, die ihrerseits wieder inselartig mit anderen Landschaftselementen durchsetzt sind. Ebenso wechseln trockene Heiden mit feuchten Wiesen und Bruchwäldern sowie kleinen Hügeln oder Hügelketten. Unter den Bäumen dominiert die Kiefer, während Buchenmischwälder nur die zentralen Teile des Fläming bedecken. Ca. 50 % der Fläche ist bewaldet.
Am Rande des sonst wasserarmen Hohen Flämings entspringen zahlreiche Quellen, die auch die zahlreichen Angelteiche und Forellenzuchtanlagen mit hochwertigem Wasser versorgen. Oberirdisch herrscht im Fläming Wassermangel. Aber im Untergrund in 60 – 100 m Tiefe findet sich Wasser nicht nur in großer Menge, sondern auch von besonderer Qualität. In 775 m Tiefe wurde eine ganz besondere Art von Wasser gefunden: 160 Millionen altes Thermalwasser.
Der Hohe Fläming ist für den Fischer ein Paradies. Außer Meeresfischerei findet der Angler hier alles, was sein Herz begehrt: Störe und Saiblinge, Regenbogen- und Bachforellen, Karpfen und – nun ja, eben alle die Arten, die in frischen sauerstoffreichen und sommerkühlen Fließgewässern oder in den Teichwirtschaften gedeihen. Jene Wasserläufe, in denen die Forelle heimisch ist, stehen seit 1975 unter Schutz. Hier lebt auch das überaus seltene Bauchneunauge. Selbst der Edelkrebs, sonst in Europa so gut wie ausgestorben, ist hier zuhause. An den Fließgewässern kann man mit ein wenig Glück die Gebirgsstelze, den Schwarzstorch und den Eisvogel beobachten, immer aber verschiedene Libellenarten.

Auf den Feldern, in den Wälder und in der Luft findet sich eine Vielfalt von Tieren und Pflanzen. Der Fläming ist reich an Wildschwein, Damhirsch, Rotwild, Marder und Mufflon. Schwarzstorch und viele Spechtarten brüten hier. Auf der Burg Rabenstein leben in einer Falknerei verschiedenen Greifvögeln. Mit den Rummeln, eine Form der Trockentäler, verfügt der Hohe Fläming über eine geologische und botanische Besonderheit. Hier blühen wärmeliebende Pflanzen, wie z.B. die Karthäusernelke oder die Gemeine Grasnelke. In den Buchenwäldern  haben Frühlingsblüher, wie z.B. das Buschwindröschen, das dreilappige Leberblümchen und auch der Waldmeister Lebensraum gefunden. In den Kiefernwäldern herrscht in der Krautschicht oft die Heidelbeere vor. Im Herbst findet der Wanderer in den Wäldern Maronen, Steinpilze, Pfifferlinge und viele andere Pilzarten.

Eingelagert in die Landschaft ist eine bemerkenswert ungewöhnliche Vielfalt historische Siedlungsstrukturen wie mittelalterliche Stadtkerne, typische märkische Kleinstädte und vor allem charakteristische Dorfbilder mit Straßen-, Angerdörfern sowie Rundlingen. Industriestandorte sind nicht vorhanden. Die Region ist nur sehr dünn besiedelt und überwiegend durch große, nicht zerschnittene Freiräume geprägt. Typisch für den Fläming sind neben den mittelalterlichen Burgen die vielen Feldsteinkirchen und die zahlreichen Mühlen.
Mitten in Natur und Landschaft ihre Bewohner: die Fläminger. Die Bevölkerungsdichte im Fläming hat eine abnehmendeTendenz, z. Z. leben < 30 Einwohner/km². (Vergleich mit Berlin: ca. 3.800 Einwohner/km²).

Die Fläminger sind tradtionsbewusst. Sie pflegen ihr Brauchtum und zeigen sich bei Volksfesten gern in ihrer Tracht. Berühmt sind die Fläminger Hochzeitsrituale und die Erntefeste. Sie haben vor allem verstanden: Der Fläminger lebt nicht mit der Natur, er lebt in ihr.
So stehen großen Teile des Flämings Natur und Landschaft unter gesetzlichem Schutz. Zum Landschaftsschutzgebiet (LSG) „Hoher Fläming-Belziger Landschaftwiesen“ gehören mehrere Naturschutzgebiete (NSG), darunter:

  1. NSG Planetal (seit 1967)
    Es umfasst mit ca. 103 ha einen ca. 4 km langen Teilabschnitt der Plane von der Planequelle bei Raben bis Rädigke.
    Zweck ist der Erhalt des Quellwassereinzugsgebietes einschließlich seiner naturnahen Biotope mit seltenen Tierarten, Pflanzen und Fischfauna.
  1. NSG Rabenstein (seit 1978)
    Es umfasst ca. 35 ha Buchenbestand mit eingestreuter Traubeneiche und Kiefer.
    Zweck ist der Erhalt der naturnahen Waldbestockung, der vielen Frühlingsblüher.
  1. NSG Klein Marzehns (seit 1961)
    Es umfasst ca. 23 ha.
    Zweck ist der Erhalt eines naturnahen Rest des Schattenblumen-Buchenwaldes.

Lebensräume


   
Impressum         Copyright 2010